
Die Kommunion
Warum empfangen wir die Heilige Euharistie?
Was ist die Heilige Eucharistie?
Das zentrale Element des liturgischen Lebens in der Orthodoxen Kirche, die Heilige Kommunion, ist das Geheimnis par excellence und die Art und Weise, wie wir Christen Anteil an dem Leib und Blut des Erlösers Christus erhalten. Dadurch treten wir nicht nur in direkte Gemeinschaft mit Gott, sondern stärken auch unsere Bindungen zu den anderen Gläubigen und bilden die Kirche, die Versammlung der Gläubigen.
Die Herkunft der Heiligen Eucharistie finden wir in den Worten, die der Erlöser beim Letzten Abendmahl sprach. Die Evangelien berichten, dass der Herr Brot und Wein nahm, sie segnete und zu seinen Jüngern sagte:
„Nehmt, esst, dies ist mein Leib“
und
„Trinkt alle daraus, denn dies ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“
(Matthäus 26, 26-28)
Das Letzte Abendmahl ist nicht nur der Moment der Einsetzung der Eucharistie, sondern auch der Moment, in dem die Heiligen Apostel – und durch sie die Kirche – den Auftrag erhalten, dieses Ereignis bis zum Ende der Zeiten zu wiederholen:
„Dies tut zu meinem Gedächtnis“
(Lukas 22, 19)
Symbol oder Realität?
Die Heilige Kommunion stellt jedoch keine bloße symbolische Erinnerung an das Letzte Abendmahl dar. In der Orthodoxen Kirche ist die Heilige Eucharistie die tatsächliche – mystische – Verwandlung des Brotes und des Weins in den Leib und das Blut des Herrn, und die Teilnahme daran ist die Nahrung des ewigen Lebens.
Für orthodoxe Christen ist die Teilnahme an der Heiligen Kommunion nicht optional. Die Begegnung mit Jesus Christus und mit unseren Mitmenschen durch das gemeinsame Teilen des Kelches ist das Wesentliche des christlichen Lebens. Nur durch die ständige Teilnahme können wir unsere Beziehung zu Gott stärken und unser inneres Leben bereichern.
Wie und wann nehmen wir die Kommunion?
Dies wussten die Christen der ersten Jahrhunderte sehr gut. In der Kirche der ersten Jahrhunderte wurde ein Christ, der drei Sonntage hintereinander nicht kommunizierte (es sei denn, er war unter Buße), als exkommuniziert betrachtet. Die Teilnahme an der Heiligen Liturgie ohne die Kommunion mit dem Leib und Blut des Herrn galt als Anomalie. Aus verschiedenen Gründen hat dieses Bewusstsein für die Bedeutung der Eucharistie in den letzten Jahrzehnten an vielen Orten in unserem Land nachgelassen.
Deshalb, in Übereinstimmung mit den Lehren der Heiligen Väter und unseres Erzbischofs, † Serafim, ermutigen wir die Gläubigen unserer Gemeinde, sich so oft wie möglich dem Heiligen Kelch zu nähern, als Zeichen der Annahme des authentischen christlichen Lebens. Ohne Zweifel erfolgt das Nähern an den Leib und das Blut des Herrn mit Ehrfurcht und Zittern, durch gründliche Vorbereitung: Fasten, Gebet und Beichte.
